Malefizgericht
Am Güdelzyschtig wird der Beckitogg durch das Malefizgericht abgeurteilt und verbrannt. Mit einem großen Feuerwerk muss der Verurteilte für die Sünden der Wollerauer büssen und wird an den Galgen gehängt und verbrannt. Die Trauergemeinde, eine Guggermusig sowie viele weinende Hexen begleiten ihn auf diesem letzten Weg. Oftmals hört man danach noch bis Mitternacht die ein oder andere Hexe in Gaststätten heulen, bis der Aschenmittwoch schlussendlich auch die letzten Narren einholt.
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Beckitogg 2011
Der Beckitogg ist schuld daran…
… dass der umtriebige Hinterhofwirt Randy Schreiner neuerdings Kurtaxen in seinem Gourmettempel verlangen wird, weil dieser als nachfasnächtliche Unterkunft für gestrandete und müde Fasnächtler verwendet wird.
… dass der Viel- und Gernschwätzer Doctoris von Röllins am SchmuDo auf dem Heimweg von Sarnen seine volle Blase spürte, sich deshalb auf der Autobahnraststätte erleichtern musste, dann auf der Autobahn vom ihn beobachtenden, omnipräsenten Histerikerkollegen Theo Eierhals einen Handyanruf bekam, die beiden männlichen „Tratschweiber“ so ins Gespräch vertieft waren, dass der rollende Werni dabei die richtige Autobahnausfahrt verpasste, sich plötzlich in einem Tunnel wieder fand und deshalb sein Heim im Oswäldli erst über eine Schleife über die Zwinglistadt Zürich erreichte.
…dass das bedauernswerte Gejammer des Verenahof Dorfbeizers Rolf Reich des Muthes um angeblich mangelnde Umsätze, drohendem Konkurs und des wegen zu viel Arbeit zu kurz kommenden Sexuallebens das selbige der schon seit 1000 Jahren vor Christus wehklagenden, kaum zu überhörenden Bauern sogar noch bei weitem übersteigt.
… dass die grossschnurrige Priska Z. aus W. am Bezirksumzug in Pfäffikon in alt-Hasen-Manier wohl ein Spickzettel aus vergangener Zeit benutzend, die Zuschauer und Teilnehmer aufs herzlichste über die Lautsprecher „hier in Bäch“ begrüsste. … dass sich die Gmuret-Huus-Kompanie anscheinend so schlecht an den neuen Ruhestand gewöhnen können, dass sie sich doch noch, wohl aus wehmütigen Gründen, dazu entschlossen haben, ihr Inserat samt Öffnungszeiten abermals im neuen roten Telefonbuch zu veröffentlichen.
… dass der Theiler Mulden-Pauli nach der letzten Fasnacht mit dem Höfner Maskenbaum nicht rechtzeitig beim Dorfkönig und Maskenbaum-Götti Oeni Urs in der Mühle, wo der Maskenbaum seine Lager hat, auftauchte, weil angeblich der Kranen am LKW fehlte – böse Zungen diesbezüglich aber vermuten, dass der T. Pheiler halt den Kran beim Tunnel im Proletenviertel, der Roos, nicht eingefahren hat und dieser deshalb kurzerhand abgebrochen ist.
… dass die Parkplätze im Wollerauer Parkhaus demnächst verbreitert werden müssen, um auch Platz für die in Wollerau zahlreich vor- handenen Offroad, Hausfrauen und in die Schulebringfahrzeugen zu bieten, damit auch die ihre Fahrzeuge nicht beherrschenden Thusis ungehindert aus ihren Umgetümen aussteigen können.
… dass sich der kleinste Schuhladen der Schweiz nicht in der politischen Gemeinde Wollerau, sondern in Bern befindet mit seinen vier Schachteln und den drei Halbschühen.
…dass in Wollerau nichts und niemand wirklich brennt, die Feuerwehr deshalb bald einmal wegen Unterbeschäftigung übermütig werden könnte, man für sie deshalb neue Aufgaben suchen muss, man sie nach Elgg, wo ein Feuerteufel wütet, ausleihen könnte oder sie gar zu Bodyguards für prominente Steuerflüchtlinge oder Callboys für gelangweilte Hausfrauen ausgebildet werden könnten.
… dass die Wollerauer Hexen inskünftig auf die Mitnahme der traditionellen Lampe verzichten werden, da die Birne des ausser- ordentlich athletisch gebauten Narrenwiebels bereits nach 200 m Umzug dermassen rot leuchtet, dass man das Gefühl hat sich im Amsterdamer Rotlichtbezirks zu befinden.
… dass die Hirschige-Gastgeberin Pia sich beim auf-dem-Fänschtergsims-rauchen dermassen die Haare an einer Kerze entzündete, dass die Wollerauer Hexen ihr gerne nach der Fasnacht ihr Baschtvolumen zur Verfügung stellen, damit die Fäcken mit ein paar Extänschens wieder in Form gebracht werden können.
… dass die Wyler Hexe Daniela von Koch, statt den Rosoli den Leuten zu kredenzen, diesen lieber über ihr Körbli sudelt, dieses zwecks Reinigung am Bezirksumzug kurzerhand in die Geschirrwaschmaschine des Restaurants Rössli steckte, sich die Wollerauer Hexen aber immer noch zieren, dies mit den eleganten, wohl riechenden Jutesäcken auch zu tun, wenn sie wieder einmal über den selbigen geufern.
… dass an der Hauptstrasse 21 die Fasnächtler nach durchzechten Nächten beim ehemaligen Bäcker Beat keine warmen Gipfel bekommen, man auch keine feinen Narrenböcke mehr kaufen, sondern es jetzt klassische bis trendige Nasentöffs von Louis Vuitton bis Karl Lagerfeld, Monokel und Linsen für halb bis fast blinde, kurz- oder manchmal auch weitsichtige Wollerauer käuflich erwerben kann.
… dass der Fidelitasfinanzminister Schnöfi im deutschen Bühl in seinem Tiefschlaf fast den gesamten Urwald abholzte und dabei den schön- geistigen Maskenschnitzer Räger Karkus aus dem vorderen Hof in seinem wohlverdienten Künstlerschlaf im Nachbarzimmer störte, und dieser sich Abhilfe verschaffen musste indem er sich WC-Papier in seine Segelohren stopfte.
…dass die Reichanmutige Lydia ihren aufwendig extra für den Pyjamaball geschminkten Grind mitsamt Nachthaube mit einem Spray fixieren wollte, jedoch wohl zur falschen Flasche griff, woraufhin sie tiefschwarz im Gesicht die Prozedur von vorne beginnen musste.
Die Sprüche sind anschliessend zu verbrennen!
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